Recycling

Was tun mit großen Teilen oder Möbeln, aus denen die Kinder herausgewachsen sind? Man läßt sie mitwachsen!

LaufstalltischEine ganz tolle Idee hatte da seinerzeit mein Vater, als mein Bruder und ich für unseren Laufstall zu “freiheitsliebend” geworden waren. Er sägte an einer Seite zwei Stangen heraus, kaufte eine Spanplatte, die an allen Seiten ein wenig überragte und schraubte sie drauf. Fertig waren Spieltisch und begehbare Puppenstube in einem! Ein schnell gemachtes und überaus praktisches Spielmöbel, das uns noch viele Jahre begleitete. (Auf dem alten Foto sieht man den Tisch leider nur im Hintergrund und noch ohne Puppenstube, weil ich - im Stall vorne ;-) - zur Aufnahmezeit wohl noch zu klein war. Später wurde die Platte auf den vorderen Laufstall montiert - der hatte einen Boden, das war zum Drinsitzen und Spielen viel besser.)

PuppenschrankUnd was macht man aus ausgedienten Möbeln, die keiner mehr braucht? Spielzeug!

Auch hier war mein Vater wieder erfindungsreich, als er aus einem alten Nachttischchen mit ein bißchen Farbe innen und außen, einer Mini-Kleiderstange und einem Fach einen wundervollen Puppenkleiderschrank zauberte, der heute noch bei meinen Mädels Dienst tut.

Wenn man mal durch einen Ikea-Laden wandert, kann man auch viele brauchbare Ideen sammeln. Kein Geld für einen Kinderzimmer-Kleiderschrank ? Aber so ein einfacher, alter von der Oma wäre noch übrig? Dann kann man den doch ein bißchen kindgerecht “aufpeppen”: in einem Ausstellungszimmer habe ich einen Schrank mit ganz einfachen, glatten Türen gesehen, die waren in frischem Gelb angestrichen und dann hatte man mehrere große Löcher (etwa 3cm im Durchmesser) unregelmäßig verstreut in die Türen gebohrt. Dann hatten sie kleine Stofftiere, z.B. Mäuse genommen und mal so rum, mal so rum jeweils halb durch die Löcher gesteckt, so daß mal das Vorderteil, mal das Hinterteil rausguckte. Innen wurden sie mit einem Tacker oder auch einem kurzen Schräubchen fixiert. So konnte man die Tierchen auch als Schrankknöpfe gebrauchen. Und es sah echt klasse aus - wie Mäuse im Käse! Und wenn der Schrank noch Schubladen hat: hier hatten sie bei Ikea statt des Schrankknopfes ein dünnen Loch gebohrt, dort eine Baumwollschnur von innen nach außen und wieder zurück in eine Schlaufe gezogen und außen ein kleines Fingerpüppchen mitgefaßt. Innen wurde die Schnur dann fest verknotet. Das sieht auch bei Plastikkästchen gut aus.

Man kann übrigens auch die Schranktüren mit Tafellack streichen. Dann können die Kinder sie als Maltafel gebrauchen. (Bei einer einfachen Küche kann das übrigens auch gut bei einem Ober- oder Unterschrank aussehen. Da kann man dann eben schnell notieren, was es zu essen gibt, was noch eingekauft werden muß oder wer grad mal eben mit dem Hund raus ist.)

Und was ist, wenn sich die Kinder Spielmöbel wünschen, die aber zu teuer sind? Selber machen!

Puppenkueche2Ich wollte z.B. keine Plastik-Kinderküche im Haus haben, weil ich die einfach zu kitschig finde, aber eine Holzküche war mir auch zu teuer. Also habe ich bei Ikea einen niedrigen Phonoschrank und dazu ein Schubkasten-Element gekauft und habe mit ein wenig farblosem und schwarzem Lack (Backofen und Herdplatten angedeutet), einigen Schrankknöpfen und ein paar Schrauben eine Kinderküche daraus gestaltet. Mein Vater schnitt mir mit seiner Stichsäge ein genau passendes kreisrundes Loch, in das ich eine Emailschüssel hineinsetzen konnte (als Spülbecken), und schon war die Traumküche fertig, die jetzt seit Jahr und Tag pausenlos im Einsatz ist.

Bei Ikea habe ich neulich noch eine ähnliche Spielküche gesehen - ebenfalls mit draufgemalten Kochplatten und einem eingelassenen Spülbecken. Sie war einfach auf einem unteren Regalbrett entstanden. An die Wand, auf die das spielende Kind ja dann guckt, hatten sie noch ein Fenster gemalt, mit Vorhängen, Fensterkreuz, Aussicht und allem! Zubehör zum Kochen kann das Kind ja dann vielleicht auf einem (schmaleren?) Brett aufbewahren, das man noch drunter hängt.

Puppenkueche4

Da unsere Küche so beliebt war, habe ich für meine Nichte Nina kurze Zeit später eine Miniversion gebastelt, die eigentlich nur aus einem kleinen Schubladenelement besteht. Ein paar Schrankknöpfe, ein Schrankgriff und ein bißchen Lackfarbe haben hier schon gereicht. Für ein kleines Kinderzimmer ist diese Mini-Kinderküche bestimmt günstiger! In jedem Fall gehört aber Zubehör dazu, wie Töpfe (schöne Emailtöpfe gibt es preiswert bei Ikea), kleine Holzlöffel und Sachen, die man auch kochen kann (schöne Dosen mit Holzgemüse gibt es von Haba. Die sind zwar teuer, aber man kann sie sich ja schenken lassen - gutes Mitbringsel für den Kindergeburtstag zum Beispiel).

Puppenkueche1

Bei Ikea habe ich einen tollen Bauklotz- oder Legotisch gesehen, wie man sie sonst nur in der Kinderecke von Warenhäusern findet. Sie hatten einen einfachen, kleinen Kindertisch aus Holz genommen und in die Mitte der Platte ein Loch gesägt (linker Tisch), das so bemessen war, daß man eine kleine Plastikwanne hineinsetzen konnte. Da hinein kommt dann das Lego oder die Klötze und auf dem Rand außenherum kann man dann bauen (die Wanne sollte also nicht zu groß sein, damit auf dem Rand noch Platz genug ist).

basteltisch2.jpg

Auch toll ist ein Tafeltisch, bei dem man die Mitte mit Tafellack angestrichen hat (rechter Tisch, Bild oben).

Wünscht sich jemand ein Puppenhaus ? Auch da habe ich eine tolle Idee bei Ikea gesehen. Dort haben sie in einem Ausstellungszimmer ein Puppenhaus aus einem Regal gemacht. Für das Haus wurden die zwei oder drei unteren Regalbretter frei gehalten. Hier standen die Puppenmöbel (die gibt’s aus Plastik auch preiswert bei Ikea - oder Ihr bastelt sie besser noch selbst!). Am “Dach” des Hauses (das ist das letzte Brett drüber) hatten die Einrichter parallel zum Regalbrett eine kleine Gardinenstange angebracht und einen hübschen Vorhang zum Auseinanderziehen drangehängt. Wunderschön!

Bei der Gelegenheit könnt Ihr Euch auch noch mal das Sandkasten-Segelboot angucken!

Übrigens: auch kleinere Teile lassen sich oft ganz toll und praktisch recyclen:

Meine beiden Töchter spielen z.B. unheinmlich gern Pferdchen. Da kam mir die Idee, das alte Baby-Kinderwagengeschirr noch mal vom Speicher zu holen - das ist ein prima Pferdegeschirr mit Zügel . Man kann solche Dinger inzwischen auch als ausgewiesene Pferdezügel kaufen, hab ich schon gesehen…! ;-)

Wenn Ihr noch alte Holzkleiderbügel habt, die keiner mag und keiner braucht - daraus kann man sehr brauchbare Mobilestangen machen. Sogar der Haken zum Aufhängen ist schon dran! Eventuell kann man die Bügel ja auch noch schön farblich passend anstreichen.

Mai 2000 - Oktober 2002

bastelecke/tips/recycling.txt · Zuletzt geändert: 2008/02/28 21:55 (Externe Bearbeitung)
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