Was tun mit Meisterwerken?

Ein schönes Kunstwerk, von Deinem Kind selbst gemalt oder gebastelt - das ist natürlich schon etwas Besonderes, oder? Das darf man natürlich nicht einfach in einer Ecke verschwinden lassen! Dein Kind würde sonst recht schnell die Freude am Selber-Herstellen verlieren. Selbstgebasteltes sollte man immer - eine Zeit zumindest - zur Schau stellen, um dem kleinen Künstler zu zeigen, wie stolz man auf seine Fähigkeiten ist.

Bei uns zuhause ist die Küchentür das “Forum” für selbstgemalte Bilder. Sie ist immer von oben bis unten mit den aktuellsten und schönsten Bildern behängt. Dabei muß ich aber auch immer darauf achten, daß beide Kinder annähernd gleich stark vertreten sind ;-) Fallen neue Bilder an, machen ältere Bilder dafür einen Platz frei.

Aufbewahrung: Bilder, die eine Zeitlang ausgehangen haben, sammele ich in einem großen, hübsch bunten Karton (die gibt es ja in verschiedenen Varianten zu kaufen, oder man beklebt einen einfachen Karton mit buntem Geschenk- oder Schrankpapier). Auch eine große Künstlermappe ist nicht schlecht, würde aber bei uns die Massen nicht annähernd fassen können.

Sind Deine Kinder fleißig, und Du weißt bald nicht mehr, wohin mit den ganzen Gemälden und Kunstwerken? Und jede Menge Heftzweckenlöcher in der schönen freien Wand findest Du auch nicht so klasse? Ich hab´ mir da eine Lösung halb ausgedacht, halb abgeguckt: in Kindergärten gibt es meistens lange Schienen, in die man die frisch gemalten Bilder der Kinder einhängen kann. Diese Idee fand ich supertoll, aber leider habe ich nirgends solche Schienen auftreiben können :-(. Daher hatte ich die Idee, einfach ein, zwei Reihen Nägel in gleichmäßigen Abständen in die Wand zu hauen und dazwischen starke Bindfäden zu spannen . Daran hänge ich nun mit kleinen Wäscheklammern die Bilder meiner Kinder auf. Das hat den Vorteil, daß a) nicht für jedes Bild neue Heftzweckenlöcher gepiekst werden und b) daß die Bilder nicht beschädigt werden. Außerdem sieht es auch noch hübsch aus, vor allem, wenn man bunte oder verzierte Wäscheklammern nimmt. In meinem Arbeits-/Bastelzimmer habe ich die Wand über meinem Schreibtisch so ausgestattet. Auch in Büroräumen kann man sich so seine eigene, immer aktuelle Bildergalerie gestalten. Und wenn der Bindfaden mit der Zeit etwas ausleiern sollte: einfach einmal um den nächsten Nagel wickeln, dann ist er wieder straff. ClipboardBei meinem Vater im “Wörkes” (das ist der Heimwerkerraum) habe ich auch eine tolle Idee gesehen, die eigentlich noch aus meinen Kindertagen stammt, aber ich hatte sie fast vergessen. Mein Vater hatte Holzwäscheklammern an ein flaches Brettchen geklebt und das Ganze einfach rot lackiert. Das ist genau so praktisch wie meine Bindfäden, sieht aber viel salonfähiger aus und hält natürlich auch besser. So ein Leistchen kann man genau so groß machen, wie man es braucht und außerdem könnten es vielleicht auch die Kinder bemalen?!

Basteln Deine Kinder viele Mobiles und Schwebefiguren? Oder kannst Du von den Zauberkugeln gar nicht genug kriegen, weil Dir immer neue Motive einfallen? Um die aufzubewahren habe ich einfach einen Besenstiel unter die Decke über meinen Schreibtisch gehängt: für jedes Ende je einen Haken in die Decke hauen oder schrauben oder dübeln (nicht ganz so weit auseinander, wie der Besenstiel lang ist) und den Stiel an zwei Bindfadenschlaufen lose einhängen. Da könnt Ihr jetzt all die Bunten Vögel , Martinslaternen, und Zauberkugeln aufhängen, die vorsichtig und hängend aufbewahrt werden müssen. (Die Idee eignet sich übrigens auch für Keller- und Speicherräume!)

Kurz vor Weihnachten werden dann bei uns alle Kunstwerke noch einmal “gesichtet”, ob etwas für unseren Jahreskalender dabei ist - hierbei ist vor allem die richtige Größe wichtig (siehe auch Jahreskalender, hier in diesem Kapitel). Für die Kinder ist das jedesmal ein “Event”, wenn sie ihre Kunstwerke von früher noch einmal zu Gesicht bekommen und miterleben wie sie wieder zu Ehren kommen. Sie sind dann immer sehr stolz, daß man ihre Arbeiten so lang verwahrt und noch einmal verwendet.

Manche Bilder eignen sich auch ganz gut als Fensterbilder, vor allem, wenn sie beidseitig gearbeitet sind oder wenn vor dem Fenster eine Gardine hängt, so daß man es eh´ nur von außen sehen kann. Unser großes Wohnzimmerfenster ist eigentlich immer voll von Bastelarbeiten und Bildern, die jeweils zur Saison passend hin und wieder ausgetauscht werden. Die Leute, die an unserem Haus vorbeigehen, bleiben oft stehen und freuen sich dran. Man sieht gleich, daß hier zwei kleine, fröhliche Kinder wohnen.

Wenn Du mehrere Bilder von Deinem kleinen Künstler hast, die ein ähnliches Format haben, kannst Du sie auch sehr gut zu einem kleinen Buch (so nennt Kerstin das immer) zusammenstellen. Sie hat sich das selbst ausgedacht. Ihr erstes Buch war ein Hochzeitsgeschenk für ihre Patentante. Sie hat ein paar schöne Bilder im DinA5-Format gemalt. Bäume, Tiere, Strandbilder, was sie halt so gerne malt, hat sie zusammengestellt und mit einem Titelblatt versehen, das Braut und Bräutigam zeigt. Wir haben dann alle Blätter gelocht und mit hübschen Schleifchen zusammengebunden. Und das beschenkte Brautpaar hat sich sehr gefreut, das kann ich Euch sagen! Seither bastelt sich Kerstin immer wieder solche Bücher. Meistens tackern wir sie dann einfach zusammen. Das Hochzeitsgeschenk soll ja etwas Besonders bleiben… ;o)

Wenn mal ein besonderes Bild entstanden ist, kannst Du auch schnell einen kleinen Rahmen dafür basteln - der kleine Künstler wird dann besonders stolz sein, weil man ihm damit zeigt, wie sehr man sein Werk zu würdigen weiß! Du kannst zum Beispiel aus vier Tonkartonstreifen ein Passepartout um das Bild kleben, das Ihr auch noch ein bißchen verzieren könnt - wie etwa dieser Händchendruck, den ich im Peuterspeelzaal hier im Dorf gesehen habe. Runde Bilder lassen sich auch gut in einen Pappteller kleben, das ist ein wundervoller Rahmen! Es gibt auch viereckige Pappschälchen - schaut mal in Eurem Supermarkt nach!

Und natürlich wirken schöne Meisterwerke auch in richtigen Rahmen. Kerstins Bienchenbild zum Beispiel hatte mir so gut gefallen, daß ich es unbedingt einrahmen mußte. Solche einfachen, bunten Kunststoffrahmen gibt es relativ preiswert einzeln oder in Kombipackungen mit mehreren Größen (z.B. bei Aldi hin und wieder: 4 Rahmen in 3 Größen ca. 10 DM). Die Katze ist auch etwas Besonderes: Kerstin hat sie aus Bügelperlen gesteckt und dann auf Tonkarton aufgeklebt. So etwas gehört doch eingerahmt, oder?



Viele Kinder mögen ihre Bilder auch gerne ausschneiden . Meine Tochter Kerstin hat das mal eine Zeitlang fast immer getan. Solche Bilder kann man dann auf farblich passenden Tonkarton aufkleben (lassen), den man auch noch verschönern (lassen) kann - wie zum Beispiel den Clown mit den Luftschlangen. Übrigens: solche Bilder wie diese Clowns, die Kerstin in der Schule gemacht hat, kann man zu Karneval ganz prima ins Fenster hängen und mit ein paar Luftschlangen drumherum arrangieren!

Auch haben wir im Haus einige freie Stellen, für die wir zu jeder Jahreszeit extra etwas basteln, etwa zwei große Wände im Flur, wohin wir unsere Herbst- und Winterbilder gehängt haben, das wirkt sehr einladend und fröhlich für Besucher! Und ein hohes Bord dient als Aufbewahrungsort für all die Bastelarbeiten, die man nicht aufhängen kann: die Eierkartonblumen, die Klorollentiere und und und.

Vor einiger Zeit haben meine Kinder mit Knete gebastelt, und einiges davon ist wirklich wunderschön geworden, ich konnte diese kleinen Kunstwerke nicht einfach wieder durcheinander matschen und die Knete wegpacken. Also entschloß ich mich, die Teile zu trocknen, legte sie hoch oben auf ein Regal - und vergaß sie. Ich habe sie erst Wochen später wiedergefunden, aber da es keine Softknete oder Play-doh war, waren die Teile nicht getrocknet, sondern noch genauso geschmeidig wie am Anfang. Inzwischen war mir durch die Knete-Bilder eine Idee gekommen, was man damit machen könnte: es handelte sich um Teile, die flach auf dem Tisch entstanden sind, also habe ich sie vorsichtig auf ein farblich passendes Stück Wellpappe plaziert (das wirkt ein bißchen plastischer und hält vielleicht auch besser) und dort gut in die Rillen festgedrückt. Dann habe ich die Figuren lackiert (nicht die Pappe!) mit einem einfachen Bastel-Klarlack, damit sie staubabweisend ausgerüstet sind, und habe die Pappe entweder auf einen kontrastfarbigen Tonkarton aufgeklebt oder - bei meiner Lieblingsfigur, dem Clown - in einen Wechselrahmen eingespannt, aber auf das Glas, nicht darunter! Und wie hübsch das aussieht, kann man auf dem Foto oben sehen. Leider hat die einfache, “old-fashioned” Knete den Nachteil, daß sie fetthaltig ist und leichte Kränze auf Papier und Pappe hinterläßt, man könnte sie natürlich auch von unten lackieren, aber ich denke, daß man sie dann auf den Karton aufkleben muß, andrücken wird dann nicht reichen.

Eine weitere Idee, was man mit einer fertigen, flachen Knetefigur machen kann, versteckt sich noch bei den 3D-Bildern. Kerstins Schmetterling “lebt” nun in einem verglasten Kästchen, für den Hintergrund habe ich aus meinem Fundus ein besonders schönes Blumenbild von Kerstins Hand ausgewählt, auf die passende Größe geschnitten und eingeklebt. Und Kerstin war mächtig stolz, daß ich beides so in Ehren hielt…

April 2000 - Jan. 2001

bastelecke/tips/praesentation.txt · Zuletzt geändert: 2008/02/28 21:55 (Externe Bearbeitung)
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