Vorwort zur “Uraufführung” (Januar 2000)

Ich bastele gerne. Du auch? Und ich bin Mami von zwei kleinen Mädchen (Maike, 2, und Kerstin, 4). Du hast auch kleine Kinder? Dann geht es Dir sicher so ähnlich wie mir. Bastelt man abends, wenn die Kinder schlafen? Irgendwann will mein Mann doch auch mal was von mir haben! Oder tagsüber, wenn die Kinder dabei sind? Warum nicht, sie freuen sich auch, wenn etwas gut gelingt und dann das Haus verschönert. Dann kennst Du sicherlich auch die Frage, die dann unweigerlich kommen muß: “Mami, darf ich Dir helfen? Ich möchte auch basteln!” (Naja, oder so ähnlich. Je nach Alter und Entwicklungsstand ist es auch fordernder, weniger grammatikalisch richtig oder auch in nur Dir verständlicher Sprache hervorgebracht: “Maite helfe, daaf ich?”)

Wie reagierst Du dann? Läßt Du den Knirps mithelfen, auf die Gefahr hin, daß er Dir vielleicht das Werkstück bzw. die teuren und/oder nur einmal vorhandenen Zutaten ruiniert oder mit spitzer Schere oder gar Sekundenkleber hantiert? Oder erteilst Du ihm eine Abfuhr und nimmst einen je nach Temperament wütenden, beleidigten oder auch todtraurigen kleinen Zwerg in Kauf? In beiden Fällen fühlt man sich nicht sonderlich wohl, oder?

Warum beschränkt man sich dann nicht auf preiswertere Materialien und einfache Herstellungsarten? Das sieht dann nicht so schön und dekorativ aus, sagst Du? Denkste! Mit ein bißchen Pfiff und den richtigen Ideen kann man hübsche Deko- und Geschenkideen zaubern – und zwar mit Hilfe der kleinen Künstler. Du würdest staunen, was man mit ein wenig Anleitung, Beistand und Vervollkommnung des “kindlichen Schaffensdranges” für wunderschöne Ergebnisse erzielen kann – auf die die Kinder natürlich ganz besonders stolz sind, Du aber auch, wetten?

Man braucht nicht viele Materialien, und die sind auch nicht sehr teuer – die Idee ist das, was zählt, und mit mehr oder weniger “Finish” Deinerseits (je nach Alter des Kindes) kann man schnell hübsche Dinge herstellen (denn viel Geduld haben die Kleinen ja meist eh‘ nicht). Mit Wasserfarbe, buntem Papier in verschiedenen Stärken, Schere und Bastelkleber ist man schon gut ausgestattet. Für Geschenke kann man ja vielleicht auch mal etwas “Teureres” zukaufen, wie einen Bilderrahmen oder ein Windlicht. Heu, Herbstblätter oder auch Klopapierrollen gibt’s sowieso umsonst. Und von mir aus können die ganzen teuren und speziellen Bastelsachen, die immer nur zu einem einzigen Zweck zu gebrauchen sind und dann rumliegen, in den Regalen bleiben – oder für Deinen alleinigen Gebrauch reserviert bleiben. ;-)

Dann macht es auch nichts aus, wenn mal wirklich etwas daneben geht, es ist ja kein (finanzieller) Verlust, Obwohl es mir noch nie passiert ist, daß ich etwas, was meine Kinder so gebastelt hatten, nicht gern aufgehängt oder –gestellt hätte. Wenn ich auch bei der Herstellung oft gedacht habe, daß es nichts wird, war ich nach Beendigung der Arbeit oft überrascht, welch besonderen Reiz auch solche “eigenwillige Kunstwerke” ausstrahlen. Ich werde nie den Pappfisch vergessen, den meine damals dreijährige Tochter Kerstin in einem destruktiven Anfall mit völlig durcheinandergematschten Farben dunkelgrau-grün-schwarz bekleckste. Ich dachte schon: “Den läßt du aber verschwinden…” Nach dem Trocknen bekamen die wenigen “bunten” Farben in dem Geschmiere eine derartige Leuchtkraft, daß ich diesen Fisch auf einmal am schönsten von allen fand und ihm den Ehrenplatz an der Wand gab (siehe auch Fische, der oberste war´s). Meine eigenen Fische, auf die ich während des Malens schon so stolz gewesen war, fand ich auf einmal langweilig, geradezu “akademisch” angesichts solcher Ausdruckskraft. Und so erging es mir oft. Man hat vorher von einem Bastelvorhaben genaue Vorstellungen, sieht während der Arbeit, daß die Kinder etwas ganz Eigenes machen und wundert sich nachher, wie schön es “trotzdem” geworden ist.

Zum Schluß möchte ich noch auf eine besondere Abteilung meiner Sammlung näher eingehen: die kleinen Geschenkverpackungen (Pfiffiges Drumherum). Dir mag es vielleicht überflüssig vorkommen, aber es ist tatsächlich so, daß es bei uns im Dorf (wir wohnen in den Niederlanden, an der Grenze zu Deutschland) schon eine Art Wettbewerb gibt: Wenn hier ein Kind Geburtstag hat, ist es üblich, daß in Kindergruppe, Schule und Verein gefeiert wird. Die Mutter des Kindes kommt dann auch und bringt einen Korb voller kleiner Geschenke für die anderen (!) Kinder mit. Nach einem genau festgelegten Ritual darf das Geburtstagskind dann tanzen und die anderen Kinder verzaubern. Die müssen dann so tun, als ob sie schlafen. Werden sie wieder aufgeweckt, liegt das Geschenk vor ihnen. Diese Geschenke sind Kleinigkeiten zum Spielen oder Süßigkeiten, allerhöchstens zwei oder drei Mark wert, aber die Verpackung ist wichtig. Die Mütter übertrumpfen sich gegenseitig darin und sind stolz, wenn sie für eine tolle Idee gelobt werden. Der Witz dabei ist, daß die Geschichte nicht allzu teuer wird (wenn ein Kind außer Schule/Kindergarten auch noch andere Aktivitäten hat, wie Sportverein oder Musikschule, dann kann das sonst ganz schön ins Geld gehen) und nicht zu viel Arbeits-/Bastelaufwand bedeutet (s.o.: man muß das Gleiche vielleicht 50, 60 Mal anfertigen, das sollte man sich gut überlegen!) So ist hier an guten Ideen ein echter Bedarf – man will ja auch nicht nur andere nachmachen, oder?

Nun bleibt es mir noch, den vielen freiwilligen und unfreiwilligen “Ideenlieferanten” zu danken, den vielen, mir oft unbekannten “Fräuleins” und “Juffrouwen” in den Kindergärten, Schulen, Peuterspeelzalen meiner Kinder und ihrer kleinen Freunde, den Müttern und Kindern in den Häusern, an denen ich vorbeispazierte und und und. Und natürlich bleibt noch die Bitte übrig, mir viele weitere Ideen, die Du vielleicht noch hast, zuzuschicken. Ich bin schon ganz wild darauf, sie mit meinen beiden Mäusen auszuprobieren. Vielen Dank!

Ingrid (Grid) Doerenkamp, Bocholtz/NL, im Januar 2000


Update November 2000:

Jetzt ist es schon ein ganzes Jahr her, seit ich angefangen habe, meine Bastelideen aufzuschreiben. Zuerst waren es nur ein paar wenige. Nach und nach erinnerte ich mich an immer mehr Basteleien, die wir noch irgendwo herumstehen oder verschenkt hatten. Die wurden dann auch noch fotografiert und beschrieben. Dann schärfte sich allmählich der Blick: ich habe angefangen, beim Spaziergang in die Fenster der Nachbarn zu spinxen, neugierig zu gucken, wenn ich meine Große von der Schule abhole und Kinder aus anderen Schulklassen mit ihren Basteleien nach Hause gehen. Ich kann an keinem Bastelbuch oder -heft vorbeigehen, ohne nicht mindestens einen Blick hineinzuwerfen. Freunde und Bekannte grinsen schon, wenn ich mal wieder den Fotoapparat zücke und die neuesten Kunstwerke ihrer Knirpse ablichte. Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich etwas finde und weder Fotoapparat noch Stift und Zettel zur Hand habe! Und es ist geradezu aberwitzig, was ich schon alles einzuscannen versucht habe - naja, meistens funktioniert´s ;-)

Und natürlich freue ich mich immer noch sehr über jede tolle neue Idee und jede gelungene Bastelei. Auch für mich alleine bastele ich natürlich noch, abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann schnipsele ich Tonkarton-Fensterbilder oder male mit WindowColor. Ja, natürlich hat´s mich auch gepackt - es ist ja auch einfach wunderschön!

Aber ganz besonders glücklich bin ich, wenn ich sehe, daß meine Kinder mit Begeisterung basteln, stolz auf die Ergebnisse sind und dabei immer geschickter und selbstbewußter werden. Kerstin ist jetzt fünfeinhalb und schon eineinhalb Jahre in der Schule. (Die beginnt in Holland - in Ermangelung eines Kindergartens - schon mit dem vierten Geburtstag. Die ersten zwei Jahre sind jedoch noch recht spielerisch, auch Lesen, Schreiben und Rechnen lernen die Kinder erst im dritten Jahr.) Kerstin bringt viele schöne Ideen aus der Schule mit und kann auch schon gut deren Herstellung beschreiben. Maike ist jetzt drei und geht in den Peuterspeelzaal in unserem Dorf. Das ist eine Kindergruppe, die 1-2x wöchentlich stattfindet. Die Kinder können mit gut zwei bis vier Jahren dorthin gehen. Je zwei “Juffs” (= ”Juffrouw” = Fräulein, Kindergartentante, Lehrerin, Erzieherin) spielen, singen, malen und basteln dann mit den Kindern. So bringt auch Maike schon schöne, kleine Dinge mit nach Hause. Gerade diese “Juffs” in Schule und Peuterspeelzaal sind ein unauslotbarer Ideenquell! Und das Schöne ist, daß sie gern und bereitwillig meine Neugierde stillen und mir ihre Ideen zur Verfügung stellen. Vielen Dank dafür!!

Tja, so hat uns alle die Bastelwut weiterhin fest im Griff! Und wenn es Euch auch so geht, dann schaut doch öfter mal bei mir rein! Vielleicht findet Ihr ja dann etwas Neues. Aber wenn Ihr Bastelideen habt, die noch nicht auf meiner Seite zu finden sind, oder Tips, Tricks, Ideen und Variationen zu vorhandenen Anleitungen, dann zögert nicht und mailt sie mir zu! Ich freu´ mich drauf!

Ingrid (Grid) Doerenkamp, Bocholtz/NL, im November 2000


Update April 2001:

Nachdem die Fülle der einzelnen Basteltips pro Kapitel einfach überhandnahm, habe ich die Bastelecke nun ein bißchen umstrukturiert und eine weitere Ebene bei den übervölkertsten Kapiteln eingebaut. Ich hoffe, daß man so die einzelnen Anleitungen etwas besser überblicken und finden kann.

Neu sind vor allem auch ein paar Seiten bei den Tips & Tricks und die Möglichkeit, von meinen Buchtips aus direkt “zu Bestellzwecken” nach Amazon.de zu hüpfen. Ich hab´ das Buch aus deren Riesenkatalog schon mal für Euch rausgesucht. Wenn Ihr es - meiner heißen Empfehlung eingedenk - sowieso kaufen wollt, ist das auf jeden Fall die praktischste Art, das zu tun. Nebenbei bemerkt, für mich auch, denn Amazon zahlt mir eine kleine Provision, wenn Ihr von meinen Seiten aus kommend das Buch dort bestellt. Aber Ihr könnt Euch drauf verlassen, daß ich trotzdem nur Bücher empfehle, die ich selber habe und auch wirklich gut finde. Ihr seht es auch daran, daß die Bücherliste noch immer mächtig kurz ist… Ach so, ja: Euch entstehen durch diese Bestellung natürlich keinerlei zusätzliche Kosten - das Buch ist bei Amazon genau zum gleichen Preis zu kaufen wie im Buchladen, Versandkosten (bei Büchersendungen) gibt es nicht, und meine Provision zahlt Amazon, nicht Ihr, ok? Euer Vorteil dabei ist, daß Ihr nicht in den Läden rumlaufen, suchen und im Endeffekt doch noch bestellen müßt, was nicht vorrätig ist, Fahrt zur Stadt incl. Parkplatzsuche entfällt ebenfalls. Das Buch kommt sozusagen von ganz alleine! Ist doch was, oder? Na, dann bestellt mal… ;-)

Aber auch einfach nur zum Ideensuchen und Rumgucken seid Ihr natürlich weiterhin auf´s Herzlichste willkommen! Und wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, dann schreibt mir doch ins Gästebuch oder schickt mir eine Mail! Besonders toll finde ich es, wenn Ihr mir Fotos schickt von Euren Bastelergebnissen, die veröffentliche ich dann auch gerne! Und habt Ihr noch weitere Ideen, die Ihr bei mir nicht finden könnt? Oder habt Ihr eine meiner Anleitungen mal variiert? Da wäre ich ganz doll neugierig drauf!!! Schreibt mir dann doch bitte! Ich freue mich auf Eure Mails!

Ingrid (Grid) Doerenkamp, Bocholtz/NL, im April 2001


Update November 2003:

Ich hab schon wieder ein richtig schlechtes Gewissen - fast ein Jahr her, seit ich das letzte Update aufgespielt habe! Sorry, daß die Bastelecke in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen ist! Der Grund waren ziemliche Computer- und Softwareprobleme, aber auch die Tatsache, daß ich mich den neuen Basteleckenheftchen etwas zu sehr gewidmet habe. Sie sollen Euch helfen, bestimmte Bastelthemen, die in der Bastelecke nur kurz behandelt werden, etwas intensiver kennenzulernen. Außerdem habe ich so die Möglichkeit, einige Themen, wie zum Beispiel das Basteln für größere Kinder (ab Grundschulalter) oder das mit aufwändigerem Material ganz aus der Bastelecke herauszuhalten. Ja, und nicht zuletzt soll der Verkauf der Heftchen und auch der CD dazu beitragen, die mittlerweile nicht mehr geringen Kosten der Bastelecke mitzutragen.

Natürlich werde ich auch noch weiterhin schöne Bastelideen für die Kleinsten sammeln und Euch hier vorstellen. Leider kommt allerdings von meinen Kindern nun nicht mehr so viel dazu. Sie sind jetzt 6 und 8 und lernen beide schon Lesen, Schreiben und Rechnen in der Schule - da kommen sie nicht mehr mit so vielen Basteleien nach Hause, weil sie nur noch eine Stunde in der Woche Basteln haben. Schade, eigentlich! Zuhause haben wir drei jetzt das Kartenbasteln für uns entdeckt - das ist sehr schön, weil die Arbeit überschaubar und meist schnell fertig ist, man hat nicht viel Material nötig und kann immer wieder neue Dinge ausprobieren. Außerdem hat man dann immer ein schönes Geschenk für jeden Anlaß bei der Hand! Ich staune nur noch, was für schöne Ideen die Kinder entwickeln und wie exakt und sauber sie sie umsetzen können. Außerdem kann man die beiden mittlerweile auch an “schwere Geräte” heranlassen, wie Laubsäge, Hammer und Heißklebepistole. Sie wissen genau, was sie sich zutrauen können und wann sie besser Mami um Unterstützung fragen. Die Ergebnisse dieser Bastelorgien gehören allerdings meiner Meinung nach nicht in die Bastelecke, die weiterhin für die Knirpse reserviert bleiben sollte, für die es sonst ja kaum Bastelideen zu finden gibt. Solche Sachen findet Ihr dann in den Basteleckenheftchen, ok? So, dann legt mal los!

Ingrid (Grid) Doerenkamp, Bocholtz/NL, im September 2003

bastelecke/organisatorisches/uebermich/erstesvorwort.txt · Zuletzt geändert: 2008/03/14 19:36 von grid
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