Fensterbaum

Eine tolle Deko-Idee für Leute, die nichts dagegen haben, (positiv) aufzufallen! Seit dem Tag, an dem wir zusammen den Baum auf die Fensterscheibe gezaubert haben, bleiben täglich die Leute vor unserem Fenster stehen und gucken, oder es sprechen mich nähere und fernere Bekannte darauf an!

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Dabei ist der wunderschöne Herbstbaum ganz leicht, schnell und preiswert gemacht, es macht viel Spaß, relativ wenig Schweinerei und - was das Beste ist - er ist ganz schnell wieder abgemacht, wenn der Herbst um ist oder man das Fenster wieder frei haben möchte!

Ihr braucht dazu eine ganze Menge Fingerfarbe in braun und grün, dazu Pinsel (oder natürlich auch die Finger), doppelseitiges Tesafilm („Fotofilm“ heißt das richtig) und viele, viele bunte Herbstblätter, die Ihr am besten vorher preßt. Da Fingerfarben und Teppichböden sich nicht so unbedingt toll vertragen, wäre es auch nicht verkehrt, den Boden vor dem Fenster mit einer Plane abzudecken. Wenn jetzt auch noch alle Künstler Malkittel anziehen, beschränkt sich das Saubermachen nachher auf ein Minimum - da freut sich die Mami!

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Bei den meisten Fingerfarbenpackungen ist kein Braun dabei - das war auch für uns ein Problem! Aber wir haben uns an die Farbmischlehre erinnert und haben einfach Rot, Blau und Gelb ganz vorsichtig miteinander vermischt - ein bißchen von dem, ein bißchen vom anderen - und siehe da: es ist ein ganz brauchbares Braun dabei herausgekommen! Das grüne Töpfchen wollten wir natürlich nicht mit reinmischen, denn wir wollten ja noch Wiese dazu malen! (Merkwürdigerweise ist unser schönes Braun in den folgenden Tagen und Wochen zu einem dunklen Grün ausgeblichen, die relativ starke Sonneneinstrahlung - wir hatten schönes Wetter, und das Fenster liegt nach Süden zu - ist wohl dafür verantwortlich gewesen…)

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Und jetzt geht´s los: Zuerst einmal werden alle anderen eventuell noch vorhandenen Kunstwerke vom Fenster abgemacht, es schadet auch nichts, das Fenster vor dem Bemalen noch zu putzen, denn wenn der Baum erst einmal dran ist, wollt Ihr Euch bestimmt nicht so schnell von ihm trennen, und Fensterputzen mag der gar nicht!

Dann malt Ihr als erstes die äußeren Linien vom Stamm und von den Hauptästen, davon ausgehend könt Ihr dann die kleineren Ästchen abzweigen lassen. Bei unserem Baum habe ich (weil ich am größten bin) die obere Hälfte des Baumes gemalt, meine Tochter Kerstin (5) die untere Hälfte und die kleine Maike (3) das Gras. Sie hat es ziemlich gut gemeint mit dem Bodenbewuchs, aber man kann die Wiese auch nach dem Trocknen noch „mähen“ … wie, das erkläre ich noch später ;-)

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Jetzt beginnt eine ganz lästige Wartezeit, denn der Baum sollte doch mindestens fast trocken sein, ehe Ihr weiter macht, aber Ihr könnt ja in der Zwischenzeit der Mami beim Aufräumen helfen, die Pinsel - und Euch selbst - abwaschen usw. ;-)

Und jetzt dürft Ihr endlich die Blätter an die Äste kleben! Auf jedes Blatt klebt Ihr ein Stückchen von dem Fotofilm und drückt es dann einfach an die Scheibe. Es sieht auch schön aus, wenn einige von den Blättern schon unten liegen oder gerade herunterwehen.

Vorsicht: auf der trockenen Fingerfarbe klebt der Fotofilm nicht, er reißt stattdessen ein Loch hinein!! Klebt die Blätter darum immer auf die freien Flächen! Ihr könnt es auch versuchen, die Blätter - ohne Klebstreifen - in noch feuchte Teile der Farbe hineinzudrücken, aber bei uns sind die fast alle nach dem Durchtrocknen wieder runtergerieselt…:-(

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Wenn Ihr wollt, könnt Ihr den Baum auch noch mit Tieren bestücken: wir hatten noch eine WindowColor-Eule, die jetzt auf einem Ast sitzt, Eichhörnchen, Igel und Maus sind aus Tonkarton und tummeln sich im Gras oder auf einem dicken Ast.

Noch eine schöne Idee: Wenn Ihr eine breite Fensterbank habt - und das Gras nicht zu hoch malt - könnt Ihr noch all die schönen Herbstdinge drauflegen, die Ihr jetzt so sammeln könnt: Zapfen, Eicheln, Kastanien, Bucheckern, die restlichen Blätter und vielleicht sogar einen Kürbis. Da könnt Ihr auch noch kleine Tiere dazwischensetzen, z.B. das "Klorollen-Eichhörnchen" oder die "Zapfenigel".

Und jetzt, wie versprochen, der Tip, wie´s wieder abgeht: Die Blätter am besten zuerst abmachen, sie kleben nur ganz leicht und gehen gut ab.

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Für die Farbe hat sich ein kleiner, leidlich scharfer Schaber bestens bewährt. Wer ein Aquarium besitzt, kann den Scheibenreiniger umfunktionieren, für alle anderen tut´s auch einer von den ganz billigen Flaschenöffnern. Damit läßt sich die Fingerfarbe ganz leicht ablösen. Die trockenen Farbpartikel, die nun alle auf Fensterbank und Boden liegen, lassen sich gut mit dem Staubsauger aufsaugen - und schon ist das Fenster wieder frei für weitere Malerarbeiten, wie wär´s mit einer Winterlandschaft mit Schnee?

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Noch´n Tip: Wenn Ihr lieber eine kleinere Version hättet, so zum Aufhängen an der Wand… wie wär´s mit diesem schönen Baum? Sein Stamm und seine Äste sind aus Tonkarton, der Hintergrund natürlich auch. Und ein fleißiger kleiner Künstler aus dem Peuterspeelzaal in Bocholtz hat ganz viele schöne Herbstblätter an die Zweige geklebt. Das ist doch auch ein wirklich schönes Herbstbild!

Nov. 2000

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In diesem Jahr haben wir uns wieder an unseren schönen Fensterbaum erinnert und wollten noch einmal einen malen. Und da dieser hier auch wieder schön geworden ist, wollte ich Euch die Fotos nicht vorenthalten. ;-) Diesmal hatte ich vorgesorgt und extra eine große Flasche braune Fingerfarbe gekauft. Das Gras haben wir diesmal weggelassen. Außerdem hatte ich gelesen, daß man die Blätter auch mit Tapetenkleister ankleben kann. Und auch das wollten wir versuchen.

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Und die Resultate? Die braune Fingerfarbe war die Investition werrt! Sie bleibt trotz schönstem Sonnenschein und fast schon Backofentemperaturen am Fenster schön braun und bleicht nicht aus. Die Blätter haben wir mit einem dicken Pinsel voll Kleister geschmiert und an das Fenster gepappt. Das ging wunderbar, man brauchte nicht zu warten bis die Fingerfarbe trocken war und die Blätter leuchteten ganz besonders schön, solange sie feucht waren. Das hat sogar ziemlich lange gedauert, sicher 2-3 Tage. Nach der völligen Austrocknung halten die Blätter allerdings nicht mehr ganz so gut an der Scheibe. Sobald man dranstößt, fallen sie herab - ein bißchen so wie die Blätter an den echten Bäumen ;-) Ich hab sie dann mit dem Tesafilm wieder angeklebt und dabei festgestellt. daß die Kleisterreste wirklich ganz einfach nur mit einem feuchten Lappen wieder vom Fenster runtergehen.

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Nach und nach sind immer mehr Blätter abgefallen, wie das halt im Herbst so ist - und ich hab sie nachher nicht mehr drangeklebt, sondern den Baum ruhig immer kahler werden lassen. Als der Nikolaustag kam, waren nur noch ganz wenige Blätter am Baum. Dafür hat Kerstin dann einen Halbmond aus Tonkarton ausgeschnitten und zwischen die Zweige geklebt. Es gibt nämlich in Holland ein Nikolauslied „Zie de maan schijnt door de bomen“ (Schau mal, der Mond scheint durch die Bäume), das ist so bekannt hier, daß ein Mond hinter Ästen immer ein Symbol für den Nikolaus ist.

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Und als es dann draußen immer kälter wurde und Weihnachten vor der Tür stand, waren alle Blätter ab. Statt dessen haben wir mit der Sprühdose etwas Schnee auf die Äste gezaubert - da sah es mit einemmal richtig winterlich aus!

September 2002 - Januar 2003

bastelecke/basteln_minis/natur/baum/fensterbaum.txt · Zuletzt geändert: 2008/02/28 21:56 (Externe Bearbeitung)
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