Eier färben

Das habt Ihr bestimmt alle schon einmal gemacht, oder? Und es gibt bestimmt so viele verschiedene Arten, ein Ei zu einem Osterei zu machen, wie es Kinder auf der Welt gibt, meint Ihr nicht? Ein paar davon möchte ich Euch hier vorstellen, vielleicht kennt Ihr sie ja noch nicht?!

Bevor Ihr anfangt zu malen, überlegt Euch eines: Was wollt Ihr mit Euren Eiern machen, wenn sie fertig sind? Wollt Ihr sie in ein Osternest legen und später verschenken oder selbst aufessen? Oder wollt Ihr sie an einen Osterstrauß hängen und damit das Zimmer schmücken? Davon hängt nämlich ab, wie aufwendig Ihr die Eier bemalen werdet und wie Ihr sie vorher behandeln müßt!


Wenn Ihr die Eier essen wollt, dann müßt Ihr sie vorher kochen. Am besten müssen sie ganz hart gekocht werden, dann halten sie länger. Also fragt am besten Eure Mami um Hilfe, die zeigt Euch dann, wie man Eier richtig hartkocht. Bei manchen Farben müßt Ihr die Eier eintauchen, solange sie noch warm sind, bei anderen dürfen sie auch kalt sein. Seht vorher auf der Packung genau nach!


Wenn Ihr die Eier länger aufbewahren wollt - und sie nicht essen wollt - müßt Ihr sie ausblasen und die Schalen sauber waschen. Dazu haltet Ihr das Ei über eine Schüssel und stecht mit einer dicken, spitzen Nadel vorsichtig oben und unten je ein Loch in die Schale. Das untere macht Ihr vorsichtig größer. Stecht die Nadel tief ins Ei hinein, damit Ihr den Dotter innendrin kaputtmacht. Nun blast Ihr in das obere Loch kräftig hinein, dann kommt das Flüssige des Eies unten in die Schüssel getropft. „Mama - heute gibt es Rührei!!“ ;-)

Wenn nichts mehr rauskommt, haltet Ihr das Ei unter fließendes Wasser und spült es sorgfältig aus, denn sonst wird's irgendwann anfangen zu stinken! :-\ Ihr könnt es auch danach noch einmal in Essig tauchen, das ist noch hygienischer, danach muß es aber 1-2 Tage trocknen.

Wer nicht so viel Puste hat, kann sich auch ein Eierausblase-Set kaufen, da ist ein kleiner Bohrer dabei und ein Handpümpchen, mit dem man Luft ins Ei pumpen kann. Es kostet nicht viel und ist meist dort zu kriegen, wo es auch Eierfarben gibt.

Tip: da sich ausgeblasene Eierschalen ja gut halten, könnt Ihr ja schon lange vor Ostern anfangen, welche zu sammeln: jedesmal, wenn in der Küche ein Ei gebraucht wird, blast es aus, anstatt es kaputt zu schlagen. Sonst steht Ihr in der Osterwoche vor einem Berg von Rührei und wißt nicht, wie Ihr Euch da durchessen sollt! LOL


Wenn Ihr die Eier dann aufhängen wollt, gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gibt z.B. spezielle, gebogene Drähtchen, die man in das Ei hineinsteckt, dann kann man es wie eine Weihnachtskugel aufhängen. Oder man bricht einfach ein kleines Hölzchen zurecht, z.B. ein Stück Zahnstocher oder Streichholz, bindet einen Faden dran und steckt es in das obere Loch des Eis. Das Hölzchen dreht sich dann innen im Ei in die Waagerechte und hält dort fest. Eine andere, sehr hübsche Methode funktioniert mit einer Holzperle und einem Schleifenband: macht mit beiden Enden des Bandes einen Knoten, fädelt darauf die Holzperle und darauf das Ei.


Bild32 Zum Bemalen macht Ihr Euch das Leben leicht, wenn Ihr das Ei irgendwie absetzen könnt! Ein Schaschlikspieß und ein Knubbel Knete oder ein Korkenscheibchen reichen schon dafür. Piekst den Kneteknubbel oder den Korken auf und schiebt ihn ein Stück nach unten. Er dient dann als Auflage für das Ei, das Ihr ebenfalls einfach aufspießt. Die einzelnen Spieße könnt Ihr dann in ein Glas setzen, damit Ihr sie aus der Hand habt beim Trocknen, oder noch besser in einen Steckschaumblock, den man im Blumengeschäft kriegen kann. Wenn Ihr das Ei auf dem Spieß noch mit einem weiteren Scheibchen Kork abdeckt, sitzt das Ei ganz fest dazwischen. Dann könnt Ihr es auch kopfüber in Euer Färbebad tauchen, ohne daß es wieder auftauchen kann. Für hartgekochte Eier eignet sich auch die Malmühle ganz gut, sie hat meist ein paar Farben direkt dabei und hält das Ei fest gespannt in der Waagerechten. Es empfiehlt sich übrigens, die getrockneten Eier nachher mit einer Speckschwarte abzureiben oder auch mit Sprühlack zu behandeln, damit sie keine Farbe mehr abgeben können und schön glänzen.


Und jetzt geht's an's Färben: Da gibt's zum ersten die Möglichkeit, das Ei zu bemalen.

Angefangen haben wir ganz einfach mit Filzstiften - das geht ganz gut! Man muß nur ein bißchen achtgeben, daß man das Ei nicht so viel mit den Fingern anfaßt, denn die Farbe verschmiert leicht und trocknet recht lange. Oder man macht aus der Not eine Tugend und findet die Farbschattierungen, die dabei entstehen, einfach schön! ;-) Mit Filzstift können auch schon recht kleine Kinder ganz schön malen, und die Eier werden schön bunt. Aber auch feinere Zeichnungen und ganze Bilder lassen sich leicht und einfach auf's Ei zaubern.

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Mit Wasserfarbe lassen sich Eier natürlich auch bemalen. Auch das macht Spaß und geht ganz leicht! Kerstin und Maike waren noch ziemlich klein, als sie diese Eier bemalt haben - aber schön bunt sind sie schon! Ihr könnt deutlich sehen, wie sie mit den Farben und dem Wasser herum experimentiert haben. Bei dem pastellfarbenen Ei hat Maike z.B. nur sehr wenig Farbe und dafür viel Wasser genommen. Das gibt einen sehr hübschen Effekt. Kerstin hat das rotbunte Ei gemalt und fand es schön, die Farben alle ineinanderlaufen zu lassen. Auch sie hat die Farbe dafür sehr nass aufgetragen, aber auch sehr farbintensiv. Für das lila Musterei unten links hat sie die Farben natürlich eher trocken gemischt, denn dort sollten sie ja beileibe nicht durcheinanderlaufen. Das Ei in der Mitte hat Maike gemacht, indem sie erst sehr flüssige Farbe in verschiedenen Lilatönen aufgetragen und dann mit der Fingerspitze Punkte hineingemalt hat. Aber selbst einfach bunte Kleckse können aus einem weißen Ei schon einen sehr hübschen Farbklecks am Osterstrauß oder im Nestchen machen! ;-)

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Bild12 Bei den meisten Malmühlen, die man so kaufen kann, sind einige Farben direkt dabei. Die geben einen ganz anderen Effekt als Wasserfarben, irgendwie grobkörniger und stumpfer, aber sehr farbintensiv. Dadurch, daß das Ei festgeklemmt sitzt (was ich aber nur bedingt für ausgeblasene Eier eignet, weil die Klammern oft so stramm sitzen, daß die Schale beschädigt wird), hat man beide Hände frei und kann malen, ohne das Ei festhalten zu müssen. Das ist natürlich sehr bequem. Gebraucht werden die Farben wie die Wasserfarben auch.

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Bild26 Ihr könnt Eure Eier sogar mit Wachsstiften bemalen. Toll sieht es aus, wenn Ihr sie zuerst ganz bunt anmalt und dann deckend Schwarz darüber malt. Dann nehmt Ihr einen Zahnstocher, einen Wachsschaber, einen Kuli, der's nicht mehr tut oder ähnliches und kratzt in die obere Wachsschicht ein hübsches Muster - das erscheint dann in den bunten Farben, die Ihr zuerst aufgemalt habt. Wenn Ihr ein bißchen mehr kratzt, erscheint auch das Weiß wieder. Außerdem kann man mit einem weißen Wachsstift ein schönes Muster auf ein weißes Ei malen, das dann wie durch Zauberei erst nach dem Tauchbad zu sehen ist. Oder Ihr verschönert mit dem weißen Wachsstift ein braunes Ei. Beispiele findet Ihr weiter hinten.


Und dann gibt es das Färben im Tauchbad.

Man kann z.B. einfach die Farben aus dem Supermarkt oder der Drogerie mitnehmen und nach Packungsanweisung darin die Eier färben. Meist eignet sich diese Art für Eier die hartgekocht werden, da sie in der Regel noch heiß ins Farbbad gelegt werden sollen. Man kann aber auch versuchen, ausgeblasene Eier im Farbbad unterzutauchen (seht zu, daß sie voll laufen, damit sie nicht an der Oberfläche treiben). Ihr könnt auch mal ausprobieren, braune Eier so zu färben - die werden viel wärmer in der Farbe und viel dunkler natürlich, aber auch schön!

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Es lassen sich recht hübsche Effekte erzielen, wenn man Teile der Eier vor dem Färben abdeckt, z.B. mit kleinen Aufklebern, die man nach dem Färben dann abzieht (Ei links oben). Ganz zarte Muster lassen sich zaubern, wenn man kleine Blätter oder Pflänzchen auf das Ei legt und es in ein Stück Nylonstrumpf festknotet. Das Ei rechts ist so entstanden (leider ist die Farbe so zart, daß man schon ziemlich genau hingucken muß…). Man kann auch mit Klebstoff (Ei links unten) einem weißen Wachsmalstift (Ei unten Mitte und rechts) oder Knetwachs Muster aufbringen und sogar mit Gummibändern Teile des Eies abdecken und so vor dem Farbbad schützen. Stets ergibt sich ein weißes Muster auf dem farbigen Grund.

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Bild19 Die schönsten Farben, finde ich, zaubert man mit Naturfarbstoffen, die man in Apotheke oder auch Reformhaus bekommen kann. Manche dieser Farbstoffe hat aber auch jeder in Haus, Garten oder Wegesrand, oft ohne daß man es weiß! ;-) Die wunderschön warme, gelblich-braune Farbe des Eies hier rechts haben wir zum Beispiel mit Zwiebelschalensud bekommen. Ihr könnt auch schwarzen Tee, Beeren, Kräuter und Unkräuter verwenden. Eine wunderschöne nußbraune Farbe erzielt Ihr zum Beispiel mit Walnußschalen. Wer Blau möchte, nimmt Holunderbeeren oder Rotkohlblätter. Rot färben rote Bete, Cochenillen und Rotholz. Grüntöne kriegt man mit Spinat, Birkenblättern, Mate-Tee und Brennesseln. Und herrliche Gelbtöne ergeben Gelbholz und Curcuma, Kamilleblüten, Kümmel und natürlich Zwiebelschalen. In getrocknetem Zustand könnt Ihr all diese Substanzen in der Apotheke bekommen. Probiert ruhig auch hier einmal aus, wie unterschiedlich braune und weiße Eier nach dem Färben im gleichen Sud aussehen. Der braune Grundton läßt die Farben dunkler, intensiver und wärmer aussehen - vor allem bei den rötlichen und bräunlichen Tönen.

Um einen Sud zu kochen , solltet Ihr etwa 25g Färbemittel in einem Liter Wasser auflösen, aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Dann solltet Ihr den Farbsud durchsieben, damit die Eier auch gleichmäßig und ohne Flecken gefärbt werden. Eine noch schönere Färbung gibt es, wenn Ihr noch einen Teelöffel Alaun oder auch Pottasche (für die Gelbtöne) in den Sud gebt. Dann könnt Ihr die Eier darin färben. Wie lange das Färben dauert, hängt davon ab, ob Eure Eier heiß oder kalt sind und wie intensiv Ihr die Farbe haben wollt. Ihr könnt den Sud auch erkalten lassen und die Eier einfach über Nacht darin einlegen.

Wichtiger Hinweis zum Färben mit Naturfarben : Manche Farbstoffe, vor allem die Farbhölzer und auch Krappwurzel, sind nicht für Lebensmittel geeignet. Mit diesen Farben sollte man daher auch nur ausgeblasene Eier färben. Hartgekochte Eier, die später gegessen werden sollen, sollten mit diesem Farben nicht in Berührung kommen, da die Farbstoffe durch die Poren und feinen Haarrisse der Eierschale ins Innere dringen können. Ihr wollt ja sicher keine Eier essen, von denen Ihr nicht so genau wißt, ob sie nicht giftig sind, oder?


Bild30 Wie, Ihr habt nur braune Eier und wollt die gern hübsch bemalen? Das ist doch kein Problem! Mit Wasserfarbe oder der Farbe von der Malmühle könnt Ihr auch braune Eier deckend bemalen, nur müßt Ihr die Farbe nicht so wässrig machen. Hübsch ist es auch, wenn Ihr Deckweiß oder weiße Acrylfarbe auf Wasserbasis habt: damit könnt Ihr hübsche Muster malen. Gefällt Euch das braun-weiß?


Bild31 Wußtet Ihr, daß Ihr auch die Eier mit Zitronensaft oder Essig bemalen könnt? Nein? Aber es geht! Bei beiden Flüssigkeiten handelt es sich um Säuren, die die Farbschicht wegätzen. Sie sind aber mild und völlig unbedenklich, deshalb können auch Kinder damit hantieren. Und selbstverständlich kann man die Eier danach auch noch essen. Ihr nehmt dafür braune - oder auch gefärbte - Eier und tragt die Säure mit einem Wattestäbchen, einem Zahnstocher oder auch einer Schreibfeder auf - je nach dem, wie fein Euer Muster werden soll. Je nach dem, wie lange die Säure einwirkt, desto heller wird die Stelle darunter. Malt deswegen immer nur eine kleinere Stelle, laßt die Säure dort einwirken, so lange sie soll und wischt sie dann weg, damit sie nicht verläuft. Dann malt Ihr das nächste Stück.


Wer sagt, daß man Eier nur mit Bemalen bunt kriegt? Beklebt sie doch mal! Diese Eier hier sind in Serviettentechnik entstanden. Wie das geht, könnt Ihr hier nachsehen, da hab ich's genau erklärt. Es ist aber ganz einfach. Statt der Serviettenmotive könnt Ihr natürlich auch Motive von österlichem Geschenkpapier nehmen oder Briefmarken oder Aufkleberchen oder was auch immer. Klebt sie mit Serviettenlack oder Klebstoff oder Tapetenkleister sauber auf und vergeßt das Grundieren vorher nicht!

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Übrigens: es müssen nicht immer echte Eier sein! Auch Kunststoff- oder Styroporeier lassen sich bunt anmalen oder bekleben wie die echten und sind meist auch haltbarer! Ihr könnt die meisten Techniken auch hierfür anwenden. Die Serviettentechnikeier oben sind zum Beispiel aus Kunststoff. Und die bemalten Eierchen hier sind aus Styropor. Das rosa Ei haben wir einfach mit weißer Farbe eingestrichen und anschließend in rosa Glitter gewälzt. Bißchen kitschig, ich weiß, aber es glitzert sooo schön! Noch besser eignen sich die Styroporeier zum Bekleben, weil man dann ihre poröse Struktur nicht mehr so sieht. Packt sie z.B. ganz in Seidenpapier ein - aber nehmt dafür einen Kleber ohne Lösungsmittel, der auch für Styropor geeignet ist!

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Februar 2003

bastelecke/basteln_minis/karton/fruehling/eierfaerben.txt · Zuletzt geändert: 2008/02/28 21:56 (Externe Bearbeitung)
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