Zauberkugeln

Bild1 Na, hat Euch auch das Window-Color-Fieber gepackt? Und alle Fenster, Spiegel, Kacheln und Schränke sind schon beklebt? Wie wär´s dann mal mit Kugeln?

Man kann sich schon wunderschöne Weihnachts-, Oster- oder Dekorationskugeln basteln, wenn man einfache, glatte, klare Plastik- oder auch Glaskugeln mit netten Window-Color-Motiven beklebt. Auf die Idee seid Ihr sicher auch schon gekommen. Zu Ostern haben wir z.B. kleine, hauchzarte Glaskugeln verschenkt, die die Kinder mit wunderschönen, einfachen, kleinen Frühlingsmotiven verziert haben, die sie selbst gemalt hatten. (Sorry für das schlechte Foto! So hauchzarte Dinger sind wirklich schwer zu fotografieren!) Und hier habe ich noch zwei Variationen für Euch, die einen geradezu atemberaubenden 3D-Effekt haben!

Den Startschuß gab im Frühjahr 2000 ein Besuch bei einem großen Gartenbaumarkt mit Bastelabteilung. Dort sind öfter mal „Bastelprofis“ zu Gast, die dann Vorführungen machen. Und solch eine Frau habe ich dort getroffen. Es war Frau Pitz-Thissen, die dort Ihr neues Bastelheft „Leuchtend-bunte Kugeln“ vorstellte. Die Fotos im Buch - und meine eigenen auf dieser Seite sowieso - können nicht annähernd den räumlichen Effekt wiedergeben, den diese Kugeln ausstrahlen. Sie stellte zwei verschiedene Techniken vor: die Mobile- und die Spanntechnik.

Bei der Mobiletechnik werden einzelne Motive auf Mobilefolie gemalt und ausgeschnitten. Sie werden an durchsichtigen, nahezu unsichtbaren Perlonfäden im Inneren der teilbaren Plastikkugel aufgehängt. Dazu werden die Fäden mit der Heißklebepistole an den Kugelwandungen angeklebt. Bei mehreren Figuren vor dem Kleben die Raumwirkung ausprobieren! Dann wird die Kugel geschlossen.

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Bild15Eventuell kann sie dann auch noch von außen dekoriert werden. Bei der Sonnenblumenkugel sind z.B. die Blumen frei aufgehängt, das Gras jedoch von außen aufgeklebt, bei der Eulenkugel schweben die Eulen innen, die Äste und Blätter sind außen aufgeklebt und bei der Zirkuskugel (Foto kommt noch) dreht sich innen das Zirkuszelt und Tiere und Clown laufen außen herum. (Ideen und Anleitungen zu diesen drei Kugeln stammen aus dem Buch). Spätestens nach dem Transport der ersten Kugel habe ich bei allen weiteren Mobilekugeln (und auch allen anderen Window-Color-Mobiles) jedoch noch eine weitere Sache ergänzt: und zwar habe ich Frischhaltefolie über die getrocknete Farbschicht gespannt und gut festgedrückt und glattgestrichen, damit sie faltenfrei über dem Motiv liegt. Diese Folie ist so gut wie nicht zu sehen, schützt aber die Farbschicht und verhindert, daß zwei Motive im Inneren der Kugel aneinander festkleben, wenn sie sich beim Schaukeln einmal berühren. (Das ist mir nämlich bei meiner Sonnenblumenkugel passiert: ich hatte sie gut verstaut und wollte sie verschenken. Beim Auspacken sah ich dann die Bescherung: ich mußt die Kugel öffnen, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, da sie ja von außen dicht beklebt ist, und die Blumen innen vorsichtig entwirren und teilweise auch noch neu wieder festkleben, da sie bei der „Rettungsaktion“ abgegangen waren!)

Auch schön: innen Heißluftballons, außen weiße Wölkchen.

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Bei der Spanntechnik wird ein flächiges Motiv in der Kugel verspannt, die dann noch von außen dekoriert wird. Das geht so: das Motiv wird auf Haftfolie gemalt und nach dem Trocknen über einer Kugelhälfte stramm gespannt (man braucht nicht mal Tesafilm dazu, da die Folie selbst an den Kugelwänden „klebt“). Die andere Hälfte wird dann darüber gelegt und fest zugedrückt. Die Haftfolie ist gerade dünn genug, daß die Kugel sich noch gut schließen läßt und gerade dick genug, daß die Kugel nun dicht schließt und die Folie dauerhaft stramm hält. Im Buch empfiehlt die Autorin noch einfache Frischhaltefolie zum Verspannen. Diese ist jedoch zu dünn, und die Spannkraft läßt mit der Zeit nach, ich denke, sie rutscht auch allmählich durch den Kugelspalt. Jedenfalls ist meine Bienenkorbkugel schon ziemlich wabbelig geworden nach einem halben Jahr. Als ich die Autorin neulich noch einmal traf, empfahl sie jedenfalls dringend, statt Frischhaltefolie doch lieber Haftfolie zu nehmen. Ich habe es ausprobiert und bin jedenfalls von dem Ergebnis schwer begeistert. Es ist viel einfacher zu verspannen, ist jederzeit stramm und faltenlos wie ein Trommelfell und sieht alles in allem auch viel schöner aus.

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So, und jetzt laßt mal Eurer Phantasie freien Lauf! Das habe ich auch getan, und es entstanden die restlichen Kugeln auf dieser Seite. Und wenn Ihr noch mehr Vorlagen speziell für diese beiden Techniken braucht, holt Euch doch das Buch, da sind viele sehr schöne drin. (Hiltrud Pitz-Thissen, „Window-Color. Leuchtend-bunte Kugeln“, Englisch-Verlag, DM 12,90)

Hier sind noch zwei weitere Beispiele für Weihnachtskugeln: das Engelchen fliegt durch ein Sternenmeer, bei der rechten Kugel habe ich auf die verspannte Folie eine große Schneekristallform gemalt und außenrum viele kleine. Die Farbe, die ich verwendet habe, ist Transparent mit Glitzer. (Diese Kugel ist fürchterlich schwer zu fotografieren. Man bekommt durch das Foto leider kaum einen Eindruck davon, wie schön diese Kugel tatsächlich ist. Vor allem meine Kinder lieben diese ganz besonders!)

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Und hier kommt was für Sommer und Herbst. Den Leuchtturm vor blauem Himmel und Sonne habe ich auf der Farbseite mit Frischhaltefolie abgedeckt (hätte ich von hinten auch machen sollen…) und habe dann in beide Kugelhälften ein bißchen Seesand hineingestreut. Sieht sehr hübsch aus. Von außen habe ich die Kugel dann mit weißen und braunbeigen fliegenden Möwen dekoriert, was sehr plastisch wirkt. Die Vogelscheuchen-Kugel habe ich von außen mit ganz einfachen schwarzen Vögeln bemalt. Etwas ausgemaltere Rabenvögel sitzen auf ihren Armen. Das sieht richtig lieb aus!

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Für den Herbst 2001 habe ich diese Kugeln hier gebastelt: aus einem Fensterbilderheft stammen die Kinder, die mit den Blättern spielen. Ich hab die Vorlage zusammengesetzt, gescannt und verkleinert, ausgedruckt und mit WiCo gemalt. Auch hier habe ich die Spanntechnik gewählt. Außen auf die Kugeln habe ich viel bunte Herbstblätter aus WiCo geklebt. Das sieht dann so aus, als würden sie um die Kinder herumwirbeln.

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Natürlich kann man Kugeln, die sich öffnen lassen, auch anders dekorieren: wie wär´s z.B. mit hübschen Gänsen auf der Kugel und einem Büschel Heu oder Stroh innen? Oder kleinen Motiven vom Frühstück (Tasse, Kaffekanne, Kaffemühle) außen und ein paar Kaffeebohnen innen? Oder bunten Fischen außen und Meeressand mit Muscheln innen? Oder bunten Herbstblättern außen und Eicheln, Bucheckern und Kastanien innen? Oder Weihnachtsmotiven außen und Pfeffernüssen innen?

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Schön wird es natürlich auch, wenn Ihr die Kugeln von innen uni bemalt und außen noch Motive draufklebt (eventuell auch in Serviettentechnik). Übrigens gibt es auch andere Formen als Kugeln: neulich fand ich Nikolausstiefel, Sterne, Tannenbäume, Schaukelpferde usw. Ihr seht schon, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Und für alle Kugeln gilt natürlich: den letzten Schliff gibt immer eine schöne Schleife ;-)

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Ich hab noch was Neues ausprobiert: im Bastelladen fand ich eine Kugel, die man auf einen Stock aufsetzen kann. Diese Kugel war aus undurchsichtigem Kunststoff und nicht teilbar. Da sie schon weiß war, brauchte ich sie nicht zu grundieren - Arbeit gespart ;-) - dann habe ich kleine Serviettenmotive sauber ausgeschnitten und schön gleichmäßig verteilt auf die Kugel geklebt. Damit sie schön glatt und einheitlich auf der Oberfläche wird, habe ich sie sicherlich zehnmal mit Serviettenkleber (Hochglanz) lackiert. Außerdem sollte sie ja auch wetterfest sein! Zum Schluß noch auf ein Rundholz propfen, eine oder zwei schöne Schleifen drumbinden und in einen üppigen Blumentopf stecken - das ist eine tolle Deko zum Verschenken oder zum Behalten-und-sich-selbst-dran-freuen!!

Nov. 2000 - Oktober 2001

bastelecke/basteln_grosse/wico-und-st/zauberkugeln.txt · Zuletzt geändert: 2008/02/28 21:55 (Externe Bearbeitung)
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