Futterglocke

Bild1 Wenn der Winter so richtig kalt wird und das Thermometer auch tagsüber nicht mehr über Null klettert, dann freuen sich die Vögel, wenn liebe Kinder ihnen etwas zu fressen bereitstellen. Eine besonders hübsche Art, Meisenknödel in Szene zu setzen, sind diese Futterglocken. Sie sind in der Serviettentechnik hergestellt, die gar nicht so schwierig ist, wie das Ergebnis vermuten läßt! Als Kerstin (5) die Glocken dieses Jahr als Weihnachtsgeschenke basteln wollte, hat sie das jedenfalls recht schnell allein hingekriegt! Ihr braucht dazu einen Blumentopf aus Ton , so einen, wo man die Blumen direkt hineinpflanzt, mit einem Loch im Boden. Er sollte so etwa 10-14cm (im Durchmesser) groß sein.

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Dann braucht Ihr wetterfeste Malfarbe auf Acrylbasis in einer hellen Farbe und in transparent. (Wir haben „Patio Paint“ von Deco Art verwendet. Sie ist ein bißchen teuer, aber sehr gut zu verarbeiten, stinkt nicht und trocknet schnell - das ist gut für ungeduldige kleine Künstler. Es gibt noch jede Menge andere geeignete Farben, aber mit denen habe ich keine Erfahrungen.) Und zu guter Letzt braucht Ihr noch ein paar Servietten mit hübschen Motiven, eine Schere und einen Pinsel. (Ich habe für die Serviettentechnik einen tollen Pinsel entdeckt, auch er ist etwas teurer, aber super gut. Er besteht aus Synthetikfasern, die exakt und breit geschnitten sind, elastisch federn, nicht haaren und ganz leicht zu reinigen sind. Von „da Vinci“.) Um Euren Topf dann aufzuhängen braucht Ihr noch ein Stück Seil (40-50 cm), einen großen Knopf, ein Stück Blumendraht und natürlich den Meisenknödel.

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Als erstes wird der Blumentopf grundiert. Wir haben festgestellt, daß weiße oder eierschalenfarbige Grundierung am besten aussieht, weil die Grundfarbe nachher durch die hauchzarte Serviette durchscheint und dunkle Farbe dann etwas unschön wirkt (wie bei dem roten Topf). Während die Farbe trocknet, könnt Ihr schon mal die ausgewählten Motive aus Euren Servietten ausschneiden. Versucht einmal, sie so exakt wie möglich mit den Konturen auszuschneiden - eine Mühe, die sich später lohnt!

Tip: Eine weitere Möglichkeit, wenn Eure Serviette weißgrundig ist: Ihr könnt die Motive vorsichtig ausreißen, dann werden die Übergänge zwischen Grundierung und Serviette nachher fast unsichtbar!

Verwendet wird nur die oberste der drei Schichten von jeder Serviette, denn nur diese ist durchgefärbt. Ihr könnt die Serviette vor dem Ausschneiden schon teilen oder erst danach bei jedem einzelnen Motiv, das bleibt Euch überlassen, nur achtet darauf, daß wirklich nur eine Schicht übrig ist. Wenn nämlich die mittlere Schicht sich noch dahinter versteckt, löst sie sich nachher beim Auftragen - und dann kommt Ihr wirklich ins Schwitzen, um Euer Motiv noch zu retten!

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Alle Motive liegen bereit? Dann schaut mal nach, ob der Topf schon trocken ist! Ist er? Na, dann kann´s losgehen. Ihr könnt die Motive zuerst einmal „trocken“ auf den Blumentopf legen und arrangieren, dabei könnt Ihr Euch überlegen, wie es nachher aussehen soll. Und dann nehmt Ihr die transparente Farbe und tragt sie dünn an der Stelle auf, wo Euer erstes Motiv aufgeklebt werden soll, gut verteilen und nun das Motiv - vorsichtig - darauflegen. Mit dem Pinsel drückt Ihr nun das Motiv von innen nach außen - vorsichtig - auf den Topf. Gebt noch einen Klecks transparente Farbe darauf und verstreicht sie - schon wieder vorsichtig - von innen nach außen, um auch kleine Fältchen und Luftblasen „wegzustreicheln“. Ihr dürft niemals Kraft oder Druck auf Euer Serviettenmotiv ausüben, sonst reißt es sofort. Ganz vorsichtig und leicht - „zachtjes“ würden die Holländer sagen - und das Motiv legt sich wie von selbst auf den Topf. So weit, so gut, jetzt kommt Euer nächstes Motiv dran. Und wenn der Topf nachher rundum so beklebt ist, wie Ihr Euch das vorstellt, gebt Ihr ihm am besten noch einmal eine Extraschicht transparente Farbe, damit werden die Motive wetterfest und der Topf bekommt ein einheitliches Aussehen (die transparente Farbe hat nämlich einen anderen Glanz als die Grundierung, dadurch sieht man sonst die Lücken zwischen den Motiven). Nun muß Euer Topf trocknen, aber das geht ja gottlob schnell.

Zum Aufhängen nehmt Ihr das Stück Blumendraht und zieht es durch die Löcher des Knopfes. Auf der einen Seite des Knopfes packt Ihr nun das Stück Seil in der Mitte mit, auf der anderen Seite führt Ihr den Draht durch das Säckchen des Meisenknödels. Die beiden Enden des Drahtes werden verzwirbelt. Nun führt Ihr die Enden des Seils von innen durch das Loch im Boden des Blumentopfes und verknotet sie dann. An dem Seil könnt Ihr den Topf nun im Garten aufhängen, er ruht dann sicher auf dem Knopf und kann nicht abrutschen. Wenn der Knödel aufgefressen ist, braucht Ihr nur den Blumendraht zu öffnen, einen neuen Knödel an Stelle des alten hineinzuhängen und den Draht wieder zu verzwirbeln.

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Das ist auch ein tolles Weihnachtsgeschenk! Kerstin und ich hatten viel Spaß an der Technik und haben ganz viele davon gemacht, für jede Oma und Tante einen. Vor allem ist es eine Bastelarbeit für alle Lebensalter, je geschickter der Bastler, um so schöner wird nachher der Topf. Aber auch kleine Kinder können schon wunderschöne Ergebnisse erzielen.

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Tip: je kleiner Eure Motive sind, desto leichter und einfacher sind sie aufzukleben. Macht es Euch am Anfang nicht zu schwer!

Und noch ein Tip zum Schluß: es gibt auch einen Trick, wie man Reißen und Faltenwerfen der Servietten vermeiden kann: nehmt Euch ein Stück Frischhaltefolie zu Hilfe, etwas größer als das Serviettenmotiv, die legt Ihr drüber und könnt nun durch die Folie die Serviette ganz einfach glatt streichen. Keine Angst - sie reißt nicht! Und die meisten Falten kann man so auch herausstreichen.

Jan. 2001 / Nov. 2001


Inzwischen habe ich festgestellt, daß man die Serviettentechnik wirklich mit jeder Acrylfarbe auf Wasserbasis machen kann. Ich habe also angefangen, mir die wichtigsten Farben, die ich wirklich ständig brauche (vor allem weiß und glänzend transparent) in 1kg-Dosen zu kaufen. Vor allem von No-Name-Firmen sind die wirklich so viel billiger, daß man es kaum glauben kann! Und es funktioniert wirklich ganz genauso gut!

März 2002

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Mittlerweile haben wir diese Futterglocken sogar schon in Workshops gebastelt. Und seht mal: die Kinder hatten ihren Spaß und die Ergebnisse sind wunderschön!

Oktober 2002

bastelecke/basteln_grosse/wico-und-st/futterglocke.txt · Zuletzt geändert: 2008/02/28 21:55 (Externe Bearbeitung)
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