Workshop Hybride Adventskalenderkarte

Bei dieser Karte erstellt Ihr die Außen- und die Innenkarte digital, druckt sie dann aus und schneidet die Türchen offen - kurz gesagt.

Ich weiß ja, daß einige von Euch mit Bildbearbeitungsprogrammen schon ziemlich bewandert sind, einige so ein bißchen und einige auch gar nicht. Ich will keinen von Euch langweilen und keinen überfordern, bei dieser Karte macht Ihr einfach so viel oder so wenig, wie Ihr wollt und könnt, ok? Ich nenne Euch einfach jeweils eine einfache und eine anspruchsvollere Variante, was und wieviel Ihr dann draus macht, ist ganz Euch überlassen. Aber eins kann ich Euch sagen: das Staunen der Empfänger ist Euch gewiß! :-D

An Material braucht Ihr:

- ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, das in Schichten (Layers) arbeiten kann, z.B. Photoshop, Photo Impact, Paint Shop Pro oder den guten, alten Gimp, den Ihr kostenlos downloaden könnt
- einen guten Drucker nebst Fotopapier und Tinte (oder Ihr laßt Euch die Ergebnisse vom Bilderdienst oder einem Sofortdrucker im Kaufhaus ausdrucken, in dem Fall braucht Ihr etwas Zeit und Geduld)
- eine Schneidmatte
- einen Cutter
- ein Metall-Lineal
- Kleber

Habt Ihr alles, ne? Aber jetzt kommt’s:
- ein digitales, weihnachtliches Kit (gekauft oder Freebie)
Habt Ihr? Super! Habt Ihr nicht? Kein Problem, ich nenn’ Euch nachher ein paar Freebies, die Ihr Euch downloaden könnt und verrate Euch ein paar Ideen, wie Ihr auch ohne auskommt.

So, hier zeig ich Euch erst einmal, wie so eine Karte aussehen kann. Das ist meine Karte, die ich letztes Jahr verschickt und verschenkt habe. Oben ist sie noch mit einem Türchen offen, dann könnt Ihr sehen, wie sie wirkt.

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Wie man so etwas im Prinzip bastelt, dürfte jedem von Euch klar sein: man braucht eine Außen- und eine Innenkarte, die gleich groß sind. Die Außenkarte wird hübsch gestaltet, dann werden Türchen mit Nummern eingezeichnet und an je drei Seiten aufgeschnitten. Die Innenkarte muß dann an genau den richtigen Stellen mit kleinen Motiven versehen sein, die zum Vorschein kommen, wenn die Türchen geöffnet werden. So weit, so gut. Und jetzt erklär’ ich Euch, wie man das digital hinkriegt.

Wir beginnen damit, die Außenkarte zu gestalten, das ist ja schließlich das Wichtigste. Ihr könnt es machen wie ich und ein schönes, digitales Kit zugrunde legen.

Öffnet in Eurem Bildbearbeitungsprogramm ein neues Bild mit den Maßen 1200x1800p bei 300 dpi. Ihr könnt es quer oder Hochkant nehmen, ganz wie es Euch gefällt bzw. wie es mit Eurem Kit am besten zu gestalten ist. Ich habe das Kit „Holiday 2006“ aus dem „Seasonal Sampler“ von Shabby Princess genommen .

Sucht Euch ein Hintergrundpapier aus und fügt es ein. Ich habe mich für das Papier „Ornate“ entschieden. Ich fand das Papier ein bißchen groß gemustert, und da es ja eh’ viel größer ist als meine Karte, hab ich es resized auf 1800x1800p und hab es anschließend auf Kartengröße zugeschnitten.

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Jetzt fügt Ihr die Embellis ein. Ich fand den grünen Filzbaum schön und habe den eingefügt. Da ich gern zwei davon haben wollte, habe ich einen davon etwas größer resized (1400 hoch), den anderen gelassen. Den kleineren habe ich nach hinten versetzt (dazu müßt Ihr die Ebene, auf der sich der Baum befindet, nach unten verlegen). Den Swirl habe ich eingefügt, auf Kartenbreite resized und zwischen die Bäume gelegt.

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Geschmückt habe ich die Bäume mit den drei Brads des Kits: ich habe sie eingefügt, etwas kleiner resized (50×50) und so oft ich wollte kopiert und verteilt.

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Dann mag ich ja immer gern einen Abschluß zum Rand hin, geinkte Kanten oder eine Art von Rahmen drumherum. Ich hab mich für ein Stitching entschieden und es eingefügt (das ist nicht beim Kit dabei, also hab ich es für Euch angehängt). Diese Ebene hab ich ganz nach unten geschoben, unmittelbar über dem Hintergrund, damit die Bäume und der Bogen darüber liegen können. Für meine Karte fand ich es in weiß schon recht hübsch, Ihr könnt es natürlich auch farblich an Eure Karte anpassen.

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So, ein bißchen flach find ich’s nun noch. Und grad bei digitalen Layouts trachtet man ja immer nach so viel Realismus wie möglich. Kurz: ich finde, daß so dicke Filzbäume auch Schatten werfen sollten! Und die Brads sehen auch noch ganz flach aus. Also habe ich jedes einzelne Teil mit einem Schlagschatten versehen. Die meisten Programme bieten da ganz komfortable Module an, bei denen man einstellen kann, wohin der Schatten fällt und wie groß er sein soll. Macht ihn nicht so klein, daß er nicht mehr zu sehen ist, aber auch nicht so groß, daß die einzelnen Dinge zu schweben scheinen. Und für die Richtung guckt Ihr Euch am besten die Embellis genau an, denn meist ist da einen Schattenrichtung schon vorgegeben. Bei meinen Bäumen und Brads ist es eindeutig, daß das Licht von oben links kommt, der Schatten also nach unten rechts fallen müßte - und so ist es auch bei fast allen anderen Kits.

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Falls Ihr den Gimp benutzt: Ich habe meinen Schlagschatten auf jeweils 8p Versatz nach rechts (X) und unten (Y) eingestellt, sowie auf einen Weichzeichnerradius von 12p und eine Deckkraft von 80%. Wie das bei anderen Programmen eingestellt bzw. ausgedrückt wird, entzieht sich meiner Kenntnis, aber Ihr kriegt das schon hin. So sollte es dann in etwa aussehen:

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Sieht doch schon ganz gut aus! Aber es ist natürlich noch kein Adventskalender. Also kommen jetzt die Türchen und die Nummern. Ihr braucht das Rad ja nicht noch einmal zu erfinden, also hab ich Euch ein paar Overlays gebastelt, die Ihr einfach als Ebene über Eure Karten legen könnt - und schon seid Ihr fertig! Ist das ein Service?

Hier ist der Link dazu: http://www.4shared.com/file/66313083/cd4918a/overlays-grid.html

Sucht Euch also das passende Overlay aus: hoch oder quer, nostalgisch oder modern. Ich hab das hochformatige, nostalgische genommen, ich mag den Font „Beyond Wonderland“ so gern! Und so sieht meine Karte jetzt aus:

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Ganz einfache Variante:

So, meint Ihr, Ihr würdet das hinkriegen oder habt Ihr Zweifel? Wenn Ihr Euch nicht so richtig auskennt in Eurem Bildbearbeitungsprogramm, könnt Ihr es Euch auch einfacher machen: sucht Euch ein schönes, weihnachtliches Foto aus, hoch oder quer ist wieder egal, und ladet das in Euer Programm. Resized es auf 1800×1200, notfalls müßt Ihr es auch ein bißchen beschnippeln, wenn Ihr ein 3:4-Maß habt. Dann legt Ihr nur noch das Overlay mit den Türen darüber und, wenn Ihr wollt, auch das mit der Naht, und schon seid Ihr fertig!

So könnte das z.B. aussehen:

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Ok, jetzt geht es an das Innenleben! Jetzt kann ich es Euch ja verraten - letztes Jahr sah meine zweite Seite so aus:

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Öffnet in Eurem Bildbearbeitungsprogramm ein neues Bild mit den Maßen 1200x1800p bei 300 dpi. Es sollte tunlichst zu Eurer ersten Karte passen, also wenn die vorher quer gewesen ist, nehmt Ihr jetzt eben auch quer.

Sucht Euch ein Hintergrundpapier aus und fügt es ein. Ich habe mich für das Papier „Green“ entschieden. Es sollte in jedem Fall so gut wie uni sein und allenfalls eine leichte Textur aufweisen, alles, was zu stark oder groß gemustert ist, lenkt nur von den Motiven ab, die man ja nachher durch die Türchen sehen soll. Und natürlich sollte es farblich zu der ersten Seite passen.

Ich hab das Papier wieder resized auf 1800x1800p und hab es anschließend auf Kartengröße zugeschnitten.

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Fügt das Overlay von der zweiten Seite ein. Die gestrichelten Kästchen geben die Positionen der Türchen auf der ersten Karte an - so wißt Ihr, wo jeweils ein Bildchen hin muß.

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So, und jetzt braucht Ihr 24 kleine Motive, na, dann geht mal auf Suche! Bei meiner ersten Karte letztes Jahr hab ich einfach all meine gesammelten digitalen Weihnachtskits nach schönen Embellis durchsucht und hab die zusammengestellt. Jedes dieser Motive sollte eine klar erkennbare Form haben, auch wenn es nachher winzig klein resized ist, also nehmt Euch klare, nicht zu feinteilige Dinge: Herz, Stern, Baum, Keks, Weihnachtsmann - so was hab ich letztes Mal genommen. Auch weihnachtliche Cliparts würden sich eignen. Diesmal hab ich mir gedacht, daß es doch recht nett wäre, so eine Art Krippe hinter den Türchen zu finden. Also hab ich unsere Holzkrippe schon mal vorzeitig vom Speicher geholt und die einzelnen Figuren abfotografiert. Jedes einzelne hab ich mehr oder weniger sauber freigestellt (wird ja eh nachher mächtig klein…) und als png mit transparentem Hintergrund abgespeichert. Das war ganz schön Arbeit, ich hab sie mir etwas erleichtert, indem ich alles vor weißem Hintergrund fotografiert habe, da ging das Freistellen ganz fix. Eine weitere nette Möglichkeit wär z.B. Baumschmuck, den Ihr abfotografiert oder auch einscannt, da geht das Freistellen auch ganz schnell.

So, und jetzt hab ich eine Überraschung für Euch: Ich stelle meine Motive natürlich auch Euch gern zur Verfügung! Hier ist der Download-Link, viel Spaß damit:

http://www.4shared.com/file/66055452/9f0bfc3f/MotiveKrippe

Fügt jeweils ein Motiv ein, resized es so, daß es gut in das Viereckchen paßt und schiebt es mittig in eines hinein. Die Viereckchen messen 120×120, das ist nicht grad riesig. Außerdem solltet Ihr noch einen Rand einplanen, ich hab also so resized, daß die längste Seite ca. 100p lang war. Das Heiligabendtürchen ist größer, 180×180. Da kann das Motiv dann auch ca. 160p für die längste Seite haben.

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Alles gut verteilt? Achtet darauf, daß es schön abwechslungsreich ist, nicht daß man nachher drei Sterne hintereinander aufmachen muß! Wer will, kann auch hinter diese Motive einen Schatten legen, hab ich gemacht. Allerdings sollte der ganz klein und zart sein. Ich habe hier 2p Versatz genommen und 3p Weichzeichnerradius.

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Zuletzt löscht Ihr das Overlay wieder raus, das muß nachher keiner sehen! Und abspeichern nicht vergessen!

So, meine Seite sieht nun so aus:

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Ganz einfache Variante:

Scannt die Motive mit einem farblich zur ersten Karte passenden Cardstock darüber ein und schenkt Euch das zeitraubende Freistellen.

Noch einfachere Variante:

Nehmt statt der kleinen Motive schöne Portraitfotos Eurer Familie, schneidet sie quadratisch zu, resized sie auf 120×120 (das Heiligabendtürchen wird auf 180×180 eingestellt) und schiebt diese auf die gestrichelten Kästchen. Sieht auch super süß aus! Achtet aber darauf, daß die Gesichter möglichst groß sind und den quadratischen Ausschnitt füllen, sonst erkennt nachher niemand mehr, wer wer ist.

Nun müssen die beiden Kartenteile ausgedruckt werden. Wer einen guten Drucker hat, kann das selber machen, einfach auf 10x15cm. Ich empfehle allerdings, es bei einem Bilderdienst in Auftrag zu geben oder zu einem Sofortdrucker zu gehen. Der Unterschied lohnt sich, weil die Motive ja sehr klein sind, da stört jedes Rauschen und jede Unschärfe. Außerdem lassen sich die „richtigen Fotos“ nach meinem Empfinden besser schneiden, die Kanten werden schöner, das ist bei meinem Exemplar (das ich für den Workshop eben mal schnell selber ausgedruckt habe) zum Teil deutlich sichtbar. Aber natürlich könnt Ihr es jetzt und hier schon mal mit einem selbstgedruckten Exemplar ausprobieren und einen Prototypen erstellen…

Legt Euch das Material zurecht: Schneidmatte, Cutter, Metall-Lineal und Kleber. Dazu die beiden Teile der Karte.

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Nehmt Euch nun die obere Karte und beginnt, die Türchen aufzuschneiden. Setzt den Cutter dabei immer in einer Ecke an und schneidet nach außen weg - die Ecke muß nachher sauber und genau sein, und man kann beim Ansetzen immer präziser sein als beim Aufhören.

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Schneidet jeweils die Ober- und Unterkante jedes Türchens und zum Schluß dann die senkrechte Kante. Da schneide ich immer von einer Ecke aus bis zur vor die andere, drehe dann um und setze an der anderen Ecke an und verbinde die Schnitte.

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Kontrolliert nun, ob alle Ecken frei geschnitten sind, schneidet mit dem Cutter vorsichtig nach, wo das noch nicht der Fall ist.

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Jetzt sind die Türchen frei, aber knickt sie noch nicht offen.

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Nun dreht Ihr die Karte um und bringt den Kleber an: einmal rund um die Außenkante und ein paar Stellen zwischen den Türchen, natürlich niemals über ein Türchen drüber, die soll man ja nachher noch aufkriegen!

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Legt Euch die Unterkarte bereit, achtet nochmal extra gut drauf, daß beide Karten in der gleichen Richtung liegen (!) und klebt nun die Oberkarte so sorgfältig und genau wie möglich auf die Unterkarte. Andrücken, fertig!

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Und wenn man jetzt die einzelnen Türchen aufmacht - das mach ich jetzt mal extra für Euch zum Gucken, bei den Karten, die Ihr verschenken wollt, laßt Ihr das natürlich bleiben!! - sollte hinter jedem ein kleines Motiv auftauchen.

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Und so sieht meine Karte jetzt aus:

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So, und zu guter Letzt noch einen lieben Dank an meine Große, die Kerstin, die so lieb war, die Fotos für diesen Workshop zu machen!

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bastelecke/basteln_grosse/scrapbooking/hybrids/adventskalenderkarte.txt · Zuletzt geändert: 2008/11/05 12:50 von grid
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