Anleitung

Embossing ist nicht schwierig, aber man braucht - wie bei fast ellen Kartenbasteltechniken - einiges an Material dazu. Das Wichtigste sind natürlich die Schablonen, die in der Regel aus Metall sind. Bastelgeschäfte und Onlineshops führen sie massenweise, mit Motiven zu allen Gelegenheiten. Dann braucht man einen Prägestift, der sieht so aus:

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Er hat an jedem Ende eine Metallspitze mit einem Knubbel drauf (bei meinem ist einer davon abgebrochen). Man kann für den Anfang zum Ausprobieren auch einen Kugelschreiber mit einer leeren Mine nehmen (sie muß aber wirklich absolut leer sein!!). Aber wenn Ihr öfter solche Karten machen wollt, lohnt sich die Anschaffung eines richtigen Embossingstiftes auf jeden Fall, denn er ist nicht teuer.

Was Ihr noch braucht, ist eine Lichtquelle. Die Profis haben dafür einen Lichtkasten, den es in verschiedenen Ausführungen gibt. Ich hab am Anfang einfach das Fenster genommen - allerdings gibt das mächtig müde Arme bei größeren Motiven! LOL Nachher hab ich mir eine Taschenlampe zwischen die Knie geklemmt und hab mir eine Kuchenplatte aus Glas auf den Schoß gelegt - das war auch sehr gut geeignet! ;-) Als ich solche Karten aber regelmäßig gebastelt habe, hab ich mir zuletzt einen Lichtkasten selber gebaut, und zwar aus einem Vitrinenkasten von Ikea, das ist ein Holzkästchen, ca. DinA4 groß und um die 10 cm hoch, mit einem Schiebedeckel aus Glas. Fand ich super praktisch, weil ich gleich die ganzen Schablonen und den Prägestift dort drin aufbewahren konnte! ;-) Dann hab ich mir in einem 1€-Shop eine Batterielampe für Kinder gekauft, so eine flache, die man auf den Tisch stellen kann, und die angeht, wenn man drauf drückt - kennt Ihr die? Das war dann meine Lichtquelle.

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Dann braucht Ihr natürlich auch Karton. Er sollte nicht zu dick sein, aber auch nicht so dünn wie ein Schreibmaschinenpapier. Vor allem sollte er hell sein, denn mit dunklen Kartons läßt sich viel schwerer arbeiten. Und zuletzt tut eine weiße Kerze noch gute Dienste.

So, und jetzt erzähl ich Euch, wie und wozu Ihr dieses ganze Zeug braucht. LOL Zunächst einmal nehmt Ihr Euch ein Stück Karton und rubbelt die Rückseite mit der Kerze ab, so als würdet Ihr damit alles flächig „bemalen“. Dadurch wird das Papier schön biegsam und läßt sich nachher gut prägen. ohne zu schnell zu reißen. Nun legt Ihr Eure Schablone auf die Vorderseite und fixiert sie, am besten mit ein paar Streifen Tesa - aber die Sorte, die man wieder runterkriegt, ohne daß der Karton beschädigt wird! Nun dreht Ihr beides aufs Gesicht und legt es auf Eure Lichtquelle - und jetzt wißt Ihr auch, warum Ihr eine Glasplatte mit einer Lampe dahinter braucht: die Glasplatte ist Eure feste Arbeitsunterlage, und sie ist durchsichtig, damit das Licht hindurchscheinen kann, denn so seht Ihr genau durch den Karton, wo Eure Schablone ist.

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Nehmt Euren Prägestift und fahrt mit dem dickeren Knubbel an den Kanten des Motivs entlang, drückt das Papier vorsichtig in die Vertiefungen der Schablone hinein. Ihr seht genau, wo Ihr überall hin müßt und vergeßt kein Detail, denn durch das Licht seht Ihr alles. Dreht den Stift nun um und fahrt die Kanten nochmal vorsichtig mit der feineren Spitze nach, so werden die Details schärfer. Wenn Ihr fertig seid, dreht Ihr den Karton wieder um und löst vorsichtig die Schablone herunter. Und schon ist Euer Relief fertig!! :-D


Und was macht Ihr, wenn Ihr diese Technik ausprobieren wollt, aber Ihr habt das Werkzeug nicht dazu? Na klar, Ihr nehmt den leeren Kuli, haltet die Karte gegen das helle Fenster - aber woher kriegt Ihr eine Schablone? Wenn Ihr Glück habt, findet Ihr eine in der Schreibtischschublade! Ich hab von früher z.B. noch Kinder-Buchstaben-Schablonen gehabt - klar, die sind nicht grad aus Messing, aber für den Anfang taten die's recht gut!

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Und wer geschickt ist, kann sich seine Schablone sogar selber machen: mit dem Cutter aus starker Pappe. Es geht wirklich, auch wenn eine solche Schablone nicht sehr akkurat und auch nicht sehr haltbar ist, aber um grad eben mal ein Motiv zu haben, funktioniert das recht gut! Diese Schablone hier hab ich mir gemacht, weil ich „Bloc Embossing“ mal ausprobieren wollte. Die Bildchen stammen aus einem Ausschneidebogen, ich hab sie ausgemessen und die Schablone danach angefertigt. Die Felder hab ich aufgezeichnet und mit dem Cutter herausgeschnitten. Hat doch toll geklappt, oder?

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Und als ich eine Karte für meinen Badminton spielenden Göttergatten machen wollte, hab ich mir diese Mini-Schablone angefertigt: ein kleiner Federball, der in jede Ecke der Karte geprägt werden sollte. ;-)

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März 2008

bastelecke/basteln_grosse/kartenbasteln/embossing/anleitung.txt · Zuletzt geändert: 2008/03/12 22:08 von grid
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